Prof. Dr.
Gerhard Waldherr
Stellungnahme der
SPD-Gemeinderatsfraktion Wenzenbach zum Antrag auf Beitritt zum Schulverbund
Naab-Regen
Nachdem sich der Gemeinderat Wenzenbach in zweimaliger
Abstimmung mehrheitlich auch mit den Stimmen der SPD-Fraktion gegen einen
Verbundsbeitritt ausgesprochen hat, werden wir (SPD) diesmal für einen
Beitritt stimmen. Allerdings betonen wir, dass dies nur deswegen geschieht,
weil wir Schaden von unseren Kindern abhalten wollen, weil wir den Druck auf
Eltern und Schüler, der inzwischen aufgebaut wurde, mindern wollen und diese
ernste Sache nicht zu einem Machtspielchen verkommen lassen wollen.
Die Lage hat sich seit der letzten Abstimmung dramatisch
zugespitzt. Der Schulamtsdirektor droht unverhohlen mit der Schließung der
HS Wenzenbach zum 1.8. 2012, sollte der Gemeinderat nicht gewillt sein, dem
Schulverbund beizutreten. Auch wenn man die Schreiben des Schulamtes
durchaus in der Nähe des Tatbestandes der Erpressung sehen kann, so bleibt
uns in unseren Augen kein anderer Weg als klein beizugeben, da das Schulamt
zumindest derzeit zweifellos am längeren Hebel sitzt. Dies wird auch dadurch
deutlich, dass ein Schreiben unseres Bürgermeisters an den Kultusminister
Spaenle nicht einmal von diesem selbst beantwortet wurde, sondern er die
Antwort dem Schulamtsdirektor überließ. Ganz der bisherigen Haltung der
bayerischen Staatsregierung entsprechend, ja nicht für etwas selbst die
Verantwortung zu übernehmen.
Wir halten den Schulverbund Naab-Regen nach wie vor für
eine Fehlkonstruktion, die für die Schülerinnen und Schüler nur zu
erheblicher Mehrbelastung durch lange Fahrzeiten führt. (Sprengel geht bis
Kallmünz!!) Ganz abgesehen davon, dass mit der Eingliederung der HS
Wenzenbach in den Schulverbund in unserem Ort eine sehr gute
Schulausstattung mit allen Einrichtungen und Angeboten einer Mittelschule
zugunsten eines Standortes (Regenstauf) kaputt gemacht wird, an dem dieser
Standard noch gar vorhanden ist, sondern erst noch erreicht werden muss.
Hier werden Geld und Ressourcen verschwendet, nur damit
das staatliche Schulamt in vorauseilendem Gehorsam dem Ministerium melden
kann: alle HS in der Oberpfalz platt gemacht!
Wir halten weiterhin die Schulpolitik der derzeitigen
Staatsregierung für unausgegoren und verfehlt. Sie ist weder nachhaltig noch
tragfähig, noch wird sie den wirklichen Anforderungen gerecht, die in den
nächsten Jahren aus Bevölkerungsrückgang und Fachkräftemangel erwachsen
werden.
Die Einführung der so genannten Mittelschule stellt keine
strukturellen Mängel ab, sondern klebt nur ein neues Etikett (Mittelschule)
[so hießen früher die heutigen Realschulen] auf die alte Flasche
(Hauptschule). Die HS, die man jahrelang systematisch schlecht geredet hat,
die man immer unter Wert verkauft hat, wird nicht verändert, Fehler werden
nicht behoben, da man sie selbst verschuldet hat, es wird nur ein neuer Name
für die alte Einrichtung geprägt. Das kostet nichts (zumindest nicht dem
Freistaat), ändert aber auch nichts an den Problemen. – Das ist keine
Reform, die ihren Namen auch verdienen würde. Der Bevölkerung wird einmal
mehr Sand in die Augen gestreut.
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